ForMulA UV

Projektakronym

ForMulA UV

Projekttitel

Konzeption einer Fortbildung für Multiplikatoren zur Prävention von Hautkrebs durch natürliche UV-Strahlung bei Beschäftigten in Außenberufen

Projektleitung

Prof. Dr. Swen Malte John
Universität Osnabrück
Dr. Annika Wilke
Universität Osnabrück

Projektbeschreibung

Am 01.01.2015 wurden Plattenepithelkarzinome und multiple aktinische Keratosen durch natürliche UV-Strahlung als Berufskrankheiten-Nummer 5103 in die Berufskrankheiten-Liste aufgenommen. Dies beruht auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass langjährige berufliche Exposition gegenüber natürlicher UV-Strahlung in Außenberufen, z. B. im Straßenbau, einen zentralen Risikofaktor für die Entstehung dieser Hautkrebsformen darstellt. Mit der Aufnahme der neuen Berufskrankheit in die Berufskrankheitenliste kommt der Prävention dieser Hautkrebserkrankungen eine wesentliche Bedeutung zu. Jedoch gibt es bis dato nur wenige wissenschaftliche Studien zur praktischen Umsetzung entsprechender Präventionsmaßnahmen.

„Multiplikatoren“ (z. B. beratend tätige Mitarbeiter von Unfallversicherungsträgern im Präventionsdienst, Arbeitsmediziner/Betriebsärzte, Lehrkräfte, Personen, die in der Beratung Betroffener tätig sind, z. B. in berufsdermatologischen Schwerpunktzentren und Hauttumorzentren) spielen sowohl in der Primärprävention als auch in der Rehabilitation von Hautkrebspatienten eine zentrale Rolle, um die Arbeitskräfte zu erreichen und um Expertenwissen ökonomisch und zielgruppengerecht zu vermitteln. Für eine erfolgreiche Tätigkeit als Multiplikator in der Prävention ist neben dermatologischem Fachwissen (z. B. zur Entstehung von Hautkrebs, Präventionsstrategien) auch eine pädagogisch-psychologische Expertise erforderlich, um Schulungs- und Beratungssituationen zielgruppengerecht und unter Berücksichtigung gesundheitspsychologischer Modelle gestalten zu können.

Ein strukturiertes Fortbildungskonzept zum Erwerb dieser Kompetenzen existiert bislang nicht.

Das Ziel des Projektes ist die Konzeption (Curriculumentwicklung) eines wissenschaftlich fundierten, standardisierten, zielgruppenspezifischen sowie regelhaft angebotenen Workshops für Multiplikatoren. Je nach Tätigkeitsfeld sollen diese durch die Teilnahme an der Fortbildung die erforderlichen Kompetenzen erwerben, um

  1. primärpräventiv Auszubildende oder Arbeitskräfte in „Risikoberufen“ zu schulen und Frühsymptome zu beachten, um einen zeitnahen Besuch beim Dermatologen nahezulegen.
  2. sekundär- oder tertiärpräventiv in der Beratung von Betroffenen die Gesundheitskompetenz zu stärken, um das Coping mit der Hautkrebserkrankung zu verbessern. Trotz ggf. manifester Hautkrebserkrankung soll durch die Förderung individueller Ressourcen und durch die Optimierung des individuellen Lichtschutzverhaltens betroffenen Arbeitskräften der Verbleib im Beruf ermöglicht werden.

Das Projekt wird durch den NVKH-Förderverein unterstützt.


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