PsyPaBed

Akronym

PsyPaBed

Titel

Patientenzentrierte Erfassung der Diskrepanz zwischen aktueller psychoonkologischer Versorgungsstruktur und dem tatsächlichen psychoonkologischen Betreuungsbedarf von Melanompatient*innen

Leitung
Prof. Dr. Dorothée Nashan
Hautklinik, Klinikum Dortmund gGmbH
Inhalt

Bei Tumorpatient*innen ist grundsätzlich von einem hohen Bedarf an psychoonkologischer Betreuung auszugehen [1, 2, 3]. Durch mehrere Studien wurde mit Hilfe von Screening-Bögen eine überschwellige psychosoziale Belastung von Melanompatient*innen und somit ein formaler Bedarf von psychoonkologischer Betreuung von 32-47,8 % belegt [1,2]. Dem gegenüber steht eine tatsächliche psychoonkologische Betreuungsrate von im Median 19,08 % der Melanompatient*innen an Hauttumorzentren [4]. In dermatologischen Praxen wird der psychoonkologische Bedarf auf <5 % eingeschätzt und nur ein minimales psychoonkologisches Versorgungsangebot bereitgehalten [5].

Bisher ist wenig über die Ursachen für die oben aufgezeigte Diskrepanz der psychosozialen Belastung, die in Anspruch genommene psychoonkologische Betreuung und die Bewertung durch Betroffene bekannt.

Patient*innen erhalten einen strukturierten Fragebogen (30 Fragen), einerseits bei Vorstellung in 5 ausgewählten Hautkrebszentren, andererseits online über einen Link, welcher in der Facebook-Gruppe „Melanom Info Deutschland“ bereitgestellt wird. Über den Fragebogen soll ermittelt werden, ob und wie Melanompatient*innen psychoonkologisch versorgt sind, wie die Betreuung empfunden wurde und welche Wünsche bestehen.

PsyPaBed soll zur Erkennung des psychoonkologischen Unterstützungsbedarfs beitragen und darüber hinaus Erkenntnisse für die Entwicklung von Konzepten zur Implementierung einer qualitativ hochwertigen, flächendeckenden Versorgung bieten. Aus den gewonnenen Daten sind zusätzlich Impulse für die Verbesserung der Versorger-Nutzer*innen-Interaktion zu erwarten.

Literatur:

  1. Loquai et al. „Screening for distress in routine oncological care – a survey in 520 melanoma patients”. PLoS ONE 2013; 8:e66800
  2. Mayer et al. „The need for psycho-oncological support for melanoma patients: central role of patients self-evaluation”. Medicine (Baltimore) 96:e7987
  3. 3. Meiss F., Nashan D. „Psychoonkologie für Melanompatienten“, Der Onkologe; 2018, 24 (6):489-494.
  4. Jahresbericht Haut 2019, DKG https://www.krebsgesellschaft.de/jahresberichte.html, Zugriff vom 30.01.2020
  5. F. Meiss et al. „Psychoonkologie in dermatologischen Praxen“, Hautarzt 2019; 70:283-289

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