12 Jahre NVKH: Engagierter Austausch trotz winterlicher Bedingungen
Die 12. Nationale Versorgungskonferenz Hautkrebs fand am 5. und 6. Februar 2026 im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft in Berlin statt. Mehr als 70 Expertinnen und Experten aus Dermatologie, weiteren medizinischen Fachdisziplinen, Verbänden, Industrie und Patientenvertretungen kamen zusammen, um sich fachlich auszutauschen. Trotz winterlicher Witterungsverhältnisse reisten zahlreiche Teilnehmende an und trugen zu einer engagierten und konstruktiven Diskussionsatmosphäre bei. Unter dem Leitmotiv „Hautkrebs breit gefächert – eine interdisziplinäre Herausforderung“ stand erneut der gemeinsame Dialog zur Weiterentwicklung der Hautkrebsprävention und -versorgung im Mittelpunkt. Die Aufzeichnung der Veranstaltung wird in Kürze auf dem YouTube-Kanal des Infoportal Hautkrebs zur Verfügung stehen.
Am ersten Konferenztag standen die Arbeitsgruppen der Handlungsfelder und Querschnittsthemen im Mittelpunkt: Nach der Eröffnung und Vorstellung der Tagesordnung folgten thematische Sessions zu Perspektiven des UV-Schutzes und zur Hautkrebs-Früherkennung mit aktuellen wissenschaftlichen Impulsen, gefolgt von Updates aus den Querschnittsthemen Information und Kommunikation. Nach der Mittagspause widmeten sich die Teilnehmenden den Bereichen Rehabilitation & Survivorship sowie der Patient:innenbeteiligung. Es wurde zum Thema „Patientenbeteiligung – Mittel zum Zweck oder Instrument zur messbar besseren klinischen Versorgung“ rege diskutiert. Ziel war es, eine Studie zu entwerfen, die reale Versorgungseffekte der Patient:innenbeteiligung nachweisen soll. Dieses Thema wird im Nachgang von einer Arbeitsgruppe weiterbearbeitet. Erstmals wurden die Sitzungen der Querschnittsthemen und Handlungsfelder nicht parallel, sondern aufeinanderfolgend durchgeführt, sodass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit hatten, sämtliche thematischen Schwerpunkte des Tages zu verfolgen.
Zu Beginn des zweiten Konferenztages stellte Prof. Carola Berking, den Verein sowie dessen Aktivitäten vor und vertrat dabei den Vorsitzenden Prof. Dirk Schadendorf. Gemeinsam mit Dr. Inga-Marie Hübner führte sie durch das Programm des Vormittags.
Nach einem Rückblick auf die Arbeitsgruppensitzungen des Vortages, wurden im anschließenden ersten Themenblock zur interdisziplinären Versorgung von Hauttumoren im Zeichen des Wandels des Gesundheitssystems zentrale Aspekte des Zugangs zur Versorgung beleuchtet. Beiträge aus hausärztlicher und fachärztlicher Perspektive thematisierten die hausarztzentrierte Steuerung, ergänzt durch Diskussionen zu Sektorengrenzen, aktuellen Herausforderungen sowie möglichen Lösungsansätzen. Weitere Impulse befassten sich mit den Auswirkungen der Krankenhausstrukturreform und der Versorgung von Hauttumorpatient:innen in einem sich verändernden Gesundheitssystem. Die Vorträge boten vielfältige Einblicke und bildeten eine fundierte Grundlage für den weiteren fachlichen Austausch.
Die anschließende Podiumsdiskussion unter dem Titel „Wer steuert wen und was?“ griff die zuvor vorgestellten Inhalte auf und vertiefte zentrale Fragen der Steuerung und Verantwortungsverteilung in der Hautkrebsversorgung. Aus unterschiedlichen Perspektiven von Haus- und Fachärzteschaft, Kostenträgern, Klinik und Patientenvertretung diskutierten die Beteiligten aktuelle Herausforderungen, Zielkonflikte sowie mögliche Ansätze für eine besser koordinierte Versorgung. Der offene Austausch ermöglichte eine differenzierte Betrachtung der bestehenden Versorgungsstrukturen und setzte wichtige Impulse für die weitere interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Am Nachmittag lag der Fokus auf der interdisziplinären Behandlung von Hauttumoren anhand ausgewählter fallbezogener Präsentationen, moderiert von Prof. Carola Berking und Prof. Hans-Peter Howaldt. Anhand konkreter klinischer Beispiele wurden besondere Herausforderungen bei Hauttumoren im Gesichtsbereich sowie bei Tumoren des Augenlidapparates aufgezeigt und unterschiedliche therapeutische Ansätze vorgestellt. Die anschließende interdisziplinäre Tumorboard-Diskussion verdeutlichte die Bedeutung einer engen fachübergreifenden Zusammenarbeit und bot praxisnahe Einblicke in Entscheidungsprozesse der modernen Hautkrebsversorgung.
Teil 3 der Konferenz widmete sich der interdisziplinären Behandlung solider Tumoren und aktuellen Entwicklungen entlang des gesamten Versorgungspfades. Im Fokus standen chirurgische Strategien bei Lymphknotenbefall, darunter die Rolle der Sentinelbiopsie im Vergleich zur Neck Dissection, sowie die zunehmende Bedeutung systemtherapeutischer Ansätze. Ergänzt wurde dies durch fallbasierte Diskussionen im interdisziplinären Tumorboard. Weitere Beiträge beleuchteten das Monitoring residualer Tumorerkrankung sowie den Einsatz von Gen- und Protein-Signaturen zur biomarkerbasierten Patientenselektion. In der abschließenden Diskussion zur personalisierten Medizin wurden Anforderungen, Chancen und Grenzen einer individualisierten Tumortherapie erörtert, bevor Prof. Howaldt allen Beteiligten in seinem Schlusswort dankte und die Teilnehmenden verabschiedete.
Die 12. Nationale Versorgungskonferenz Hautkrebs bestätigte erneut ihre Bedeutung als zentrales Forum für den interdisziplinären Austausch zwischen den Akteuren der Hautkrebsprävention und -versorgung. Die vielfältigen Beiträge, intensiven Diskussionen und praxisnahen Einblicke verdeutlichten die Relevanz einer fachübergreifenden Zusammenarbeit angesichts aktueller und zukünftiger Herausforderungen. Die Organisatoren danken den Förderern und Sponsoren herzlich für die Unterstützung der Konferenz.





